Tauchteam "Badewanne"

Gruppe ehrenamtlicher Taucher, die Schiffswracks im Golf von Finnland dokumentiert

Wenn ein Schiff sinkt, verschwindet es nicht nur aus den Augen, sondern meist auch aus dem Bewusstsein der Menschen. Nirgendwo an Land – mit Ausnahme einiger seltener archäologischer Ausgrabungen – lässt sich Geschichte in vergleichbarer Weise erleben wie beim Tauchen in einem unberührten Wrack. Dort unten ist die Zeit stehen geblieben. Alles ist unverändert, seit das Schiff gesunken ist.
Tauchteam "Badewanne" – Gruppe ehrenamtlicher Taucher, die Schiffswracks im Golf von Finnland dokumentiert

Team Badewanne ist der Wunsch, die Geheimnisse der Tiefe aufzudecken.

Bericht

 Das finnische Tauchteam "Badewanne" hat bereits Dutzende von Schiffswracks in der Ostsee erkundet, wo die kalten Temperaturen und der niedrige Salzgehalt des Wassers perfekte Bedingungen für die Konservierung von Schiffen schaffen – Zeugnisse, die die Geschichten von Menschen und verlorenen Schlachten erzählen.

"Man hat den Eindruck, dort unten sei die Zeit stehen geblieben, denn alles ist unverändert – als wäre das Schiff gerade erst gesunken“, erzählt Juha Flinkman, Spitzname "Roope“, der Leiter der Gruppe.

"Es ist ein unglaubliches Erlebnis, wenn man zu einem 240 Jahre alten Wrack hinuntertaucht und alles so vorfindet, wie es in zeitgenössischen Dokumenten beschrieben wurde“, so Flinkman.

"Badewanne“ (eine im Zweiten Weltkrieg gebräuchliche Bezeichnung für den Finnischen Meerbusen) ist ein locker organisierter Zusammenschluss von Tauchern, die seit 15 Jahren die zahlreichen Schiffswracks in diesem Seegebiet erkunden und dokumentieren.

Was mit der Aufzeichnung von Videomaterial für das Finnische Kriegsmuseum begann, wurde zu einer Kooperation mit der Marine, Küstenwache und dem Umweltschutzinstitut. Fernseh- und andere Medienauftritte kamen hinzu, die mehr Aufmerksamkeit für die fast vergessenen Schiffswracks in der Ostsee schaffen.

Zu den Erfolgen des Teams zählen der Fund eines bislang unbekannten Kommandostands auf dem deutschen U-Boot 676 sowie die Lagebestimmung und Erkundung des russischen Panzerkreuzers Pallada aus dem Ersten Weltkrieg und des deutschen U-Boots U-745 aus dem Zweiten Weltkrieg.

Flinkman beschreibt die Gefühle bei der Entdeckung eines Wracks als "Mischung aus Freude, Erfolg und manchmal auch Verwirrung, wenn das, was man findet, gar nicht das ist, wonach man ursprünglich gesucht hatte“.

Die Wracks liegen meist in einer Tiefe von 40 bis 80 Metern. Auch wenn in dieser Region kaum problematische Meeresströmungen vorhanden sind, ist die Arbeit aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse, der Kälte und des Schiffsverkehrs äußerst anspruchsvoll.

Ansporn für das von Suunto unterstützte Team Badewanne ist der Wunsch, die Geheimnisse der Tiefe aufzudecken.

"Dort unten liegt kein Gold, aber ein großer Schatz an Geschichten, die noch zu erzählen sind – immer spannend, oft traurig und nur nachvollziehbar durch intensive Forschungs- und Taucharbeit“, ergänzt Flinkman.

Wenn Sie mehr über Juha Flinkman und das Team Badewanne erfahren möchten, besuchen Sie die Website des Teams unter www.badwanne.fi.

Zum Hauptbild:
Das Badewanne-Team erkundet das Wrack der S/S Sandviken, ein Beispiel für die zahlreichen gut erhaltenen Wracks im Finnischen Meerbusen. Die niedrige Temperatur und der geringe Salzgehalt des Wassers schützen die Metall- und Holzkonstruktion der gesunkenen Schiffe in der Tiefe. Die S/S Sandviken ist ein Dampfschiff aus dem 19. Jahrhundert mit Eisenrumpf und zusätzlicher Betakelung. Das Schiff wurde 1871 gebaut und sank 1876 vor der Küste der Halbinsel Porkkala.

DETAILS
Tauchteam
NameTauchteam "Badewanne"
SportartTechnisches Tauchen, Wracktauchen
WohnortHelsinki, Finland