Suunto EON Steel Bedienungsanleitung - 1.6

Multigas-Tauchen

Suunto EON Steel ermöglicht den Gaswechsel während eines Tauchgangs zwischen den im Gas(es) (Gas(e)) Menü. Beim Aufstieg wird Ihnen immer der Gaswechsel angezeigt, wenn ein besseres Gas verfügbar ist.

Zum Beispiel können Ihnen beim Tauchen in 55 m Tiefe die folgenden Gase zur Verfügung stehen:

  • tx18/45, MOD 58 m
  • tx50/10, MOD 21 m
  • Sauerstoff, MOD 6 m

Während des Aufstiegs werden Sie bei 21 m (70 ft) und 6 m (19,7 ft), je nach maximaler Betriebstiefe (MOD) des Gases zum Gaswechsel aufgefordert.

Eine Popup-Nachricht zeigt wie nachfolgend an, wann Sie das Gas wechseln sollten:

ChangeGas

WARNUNG:

Wenn Sie mit mehreren Gasen tauchen, denken Sie daran, dass der Aufstieg auf Grundlage der Annahme, dass Sie alle Gase im Gas(es) (Gas(e)) Menü verwenden, berechnet wird. Prüfen Sie vor dem Tauchen stets, dass nur die Gase, die für den jeweiligen Tauchgang vorgesehen sind, eingestellt sind. Entfernen Sie Gase, die während des Tauchgangs nicht verfügbar sind.

Ändern von Gasen während eines Tauchgangs.

Sie sollten Gase nur im Notfall modifizieren. Wenn ein Taucher beispielsweise durch ein unvorhersehbares Ereignis ein Gasgemisch verloren hat. In diesem Fall kann der Taucher die Gase an die Situation anpassen, indem er das Gasgemisch aus der Gasliste des Suunto EON Steel löscht. Dies ermöglicht dem Taucher den Tauchgang fortzusetzen und vom Tauchcomputer korrekte Dekompressionsdaten zu erhalten.

Ein anderer Fall könnte sein, dass einem Taucher, aus welchem Grund auch immer, die Gasreserven ausgehen und er das Gasgemisch des Tauchpartners verwenden muss. In diesem Fall kann der Suunto EON Steel an die Situation angepasst werden, indem das neue Gasgemisch der Liste hinzugefügt wird. Der Suunto EON Steel berechnet die Dekompression neu und zeigt dem Taucher korrekte Daten an.

HINWEIS:

Diese Funktion ist standardmäßig nicht aktiv und muss aktiviert werden, und erstellt während des Tauchgangs einen zusätzlichen Schritt im Gasmenü. Sie ist nur verfügbar, wenn mehrere Gase für den Tauchmodus ausgewählt wurden.

Um die Modifizierung von Gasen zu aktivieren, schalten Sie die Funktion im Einstellungsmenü unter Taucheinstellungen (Taucheinstellungen) / Parameter (Parameter) / Gase ändern (Gase modifizieren) ein.

Sie können dann in einem Tauchgang mit mehreren Gasen neue Gase hinzufügen, oder auch ein Gas aus der Gasliste entfernen.

Isobare Gegendiffusion (ICD)

Isobare Gegendiffusion (ICD) tritt auf, wenn während eines Tauchgangs die Diffusion verschiedener Inertgase (wie Stickstoff und Helium) gegensätzlich verläuft. Mit anderen Worten wird ein Gas vom Körper aufgenommen und das andere freigesetzt. ICD ist ein Risiko für Taucher, die mit Trimix tauchen.

Es kann beispielsweise eintreten, wenn während eines Tauchgangs von einem Trimix-Gemisch auf ein Nitrox-Gemisch oder ein leichteres Trimix-Gemisch gewechselt wird. Nach der Umstellung breiten sich Helium und Stickstoff rasch in entgegengesetzte Richtungen aus. Dies führt zu einer kurzfristigen Steigerung des Inertgas-Gesamtdrucks und kann die Dekompressionskrankheit (DCS) zur Folge haben.

Zur Berechnung von ICD gibt es aktuell noch keinen Algorithmus. Sie müssen dies also bei der Planung von Tauchgängen mit Trimix berücksichtigen.

Mit dem Suunto EON Steel können Sie die Verwendung Ihrer Trimix-Gemische jedoch sicher planen. Im Menü Gases (Gase) können Sie die Anteile von Sauerstoff (O2) und Helium (He) festlegen und die Veränderungen der Partialdrücke des Stickstoffs (ppN2) und des Heliums (ppHe) nachverfolgen.

Eine Steigerung des Partialdrucks wird durch eine positive, seine Reduzierung durch eine negative Zahl angezeigt. Die Änderungen des ppN2 und ppHe werden jeweils neben der Gasgemischen angezeigt, auf die Sie wechseln möchten. Die maximale Tauchtiefe wird als jene angenommen, auf der Sie das Gasgemisch zu verwenden beginnen.

Eine ICD-Warnmeldung wird ausgegeben, wenn die Tiefe für den Gaswechsel über 10 m liegt und entweder

  1. der ppN2 um mehr als +0,5 bar erhöht wird, oder
  2. der ppHe um mehr als +0,5 erhöht und der ppN2 um mehr als -0,25 reduziert wird.

Wenn diese Grenzwerte bei einem Gaswechsel überschritten werden, zeigt der Suunto EON Steel, wie nachstehend abgebildet, ein ICD-Risiko an:

isobaric new

In diesem Fall sind für einen Tieftauchgang folgende Trimix-Gemische verfügbar:

  • Trimix 15/55
  • Trimix 35/10
  • Trimix 50/10
  • Sauerstoff

Der Suunto EON Steel weist beim Wechsel von 15/55 auf 35/10 in 34,4 m Tiefe auf die ICD-Gefährdung hin.

Bei diesem Gaswechsel liegen die ppN2- und ppHe-Werte weit außerhalb des sicheren Bereichs.

Eine Möglichkeit zur Vermeidung des ICD-Risikos wäre die Steigerung des Heliumanteils; von einem 35/10 Gemisch auf ein 35/25 Gemisch. Dadurch würden die Änderungen im Partialdruck auf sicherem Niveau bleiben und die Gefahr einer plötzlichen ICD wäre nicht mehr gegeben.