Suunto strebt die Konformitätsstufe AA dieser Website mit den Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 sowie der Erfüllung weiterer Zugänglichkeitsnormen an. Solltest du Probleme mit dem Zugriff auf Informationen auf dieser Website haben, kontaktiere bitte den Kundendienst in den USA unter +1 855 258 0900 (gebührenfrei).

Zone-2-Training für Läufer: So findest du deine Zone 2

SuuntoRun — 16 September 2026

Bei Ausdauersportarten wie Marathon- und Trailrunning muss man nicht einfach nur härter trainieren, um schneller zu werden. Die Ausdauerleistung hängt davon ab, wie gut dein Körper über längere Zeit Energie bereitstellen, hohe Trainingsumfänge bewältigen und eine gleichmäßige Leistung aufrechterhalten kann. Durch lang andauerndes aerobes Training bei niedriger Intensität hilft Zone-2-Training dabei, diese Grundlage aufzubauen. In diesem Artikel erfährst du, wie du deine Zone 2 bestimmst, die dahinterliegenden Prinzipien verstehst und Zone-2-Training effektiv in deinen Trainingsplan integrierst.

Auf einen Blick

  • Zone 2 ist ein aerober Trainingsbereich mit niedriger Intensität.

  • Ihr größter Nutzen liegt im Aufbau einer soliden aeroben Grundlage.

  • Es gibt nicht die eine Methode, um deine individuelle Zone 2 zu bestimmen.

  • Zone-2-Training sollte Teil eines umfassenden Trainingsplans sein, nicht der gesamte Trainingsplan.

  • Die Vorteile von Zone-2-Training zeigen sich vor allem durch langfristige Anpassungen.

  • Kontinuität ist wichtiger als kurzfristige Intensität.

Was ist Zone 2?

Zone 2 ist ein über die Herzfrequenz definierter Trainingsintensitätsbereich. Im häufig verwendeten Fünf-Zonen-Herzfrequenzmodell wird die Trainingsintensität anhand der individuellen Herzfrequenzdaten in verschiedene Bereiche eingeteilt, wobei Zone 2 einen aeroben Bereich mit niedriger Intensität darstellt. Verschiedene Trainingssysteme können Daten wie die maximale Herzfrequenz (HFmax) oder die Laktatschwelle verwenden, um diese Bereiche zu bestimmen.

Wie sollte sich Zone 2 anfühlen?

In der Praxis ist die Herzfrequenz nicht die einzige Möglichkeit, die Intensität einzuschätzen. Auch dein subjektives Belastungsempfinden kann dir dabei helfen zu erkennen, ob du dich in Zone 2 befindest:

  • Problemloses Unterhalten, ohne außer Atem zu geraten

  • Schwerere, aber weiterhin gut kontrollierbare Atmung

  • Noch reichlich Reserven am Ende des Trainings

Warum fühlt sich Zone 2 anfangs so langsam an?

Wenn viele Läufer mit Zone-2-Training beginnen, wird ihr Tempo deutlich langsamer, und manchmal müssen sie sogar zwischen Laufen und Gehen wechseln.

  • Zu Beginn des Trainings sind die aerobe Effizienz und die Fähigkeit, Fett als Energiequelle zu nutzen, noch nicht vollständig entwickelt. Bei höherem Tempo greift der Körper stärker auf Glykogen zurück, wodurch die Herzfrequenz schnell ansteigt.

  • Bei regelmäßigem Training wirst du nach und nach Verbesserungen feststellen: Du kannst bei gleicher Herzfrequenz schneller laufen und fühlst dich nach langen Läufen weniger erschöpft.

Warum Zone-2-Training beim Laufen wichtig ist

Der Nutzen von Zone-2-Training liegt in den Anpassungen, die es in mehreren wichtigen Bereichen der Ausdauerleistung unterstützt. Dazu gehören die Verbesserung der aeroben Leistungsfähigkeit, die Steigerung des langfristig aufrechterhaltbaren Trainingsumfangs und die Unterstützung von Training mit höherer Intensität.

man running with suunto watch in forest

Eine solide aerobe Grundlage aufbauen

Die wichtigste Funktion von Zone-2-Training besteht darin, die Fähigkeit des Körpers, aerob Energie bereitzustellen, im Laufe der Zeit schrittweise zu verbessern.

Bei länger andauernder Belastung mit niedriger Intensität nutzt der Körper kontinuierlich Sauerstoff zur Energiebereitstellung. Durch regelmäßiges Training passen sich die Muskeln nach und nach an. Dazu gehört auch eine verbesserte Fähigkeit zur Fettoxidation, sodass der Körper bei längerer Belastung Fett effektiver als Energiequelle nutzen kann.

Einfach ausgedrückt: Der Körper wird effizienter darin, das gleiche Belastungsniveau aufrechtzuerhalten.

Trainingsumfang mit weniger Ermüdung steigern

Fortschritte in der Ausdauer hängen nicht nur vom Trainingsreiz einzelner Einheiten ab, sondern auch davon, wie viel effektives Training du über längere Zeit regelmäßig absolvieren kannst.

Im Vergleich zu hochintensivem Training belastet Zone-2-Training die Muskulatur und den Stoffwechsel weniger, was in der Regel eine kürzere Erholungszeit bedeutet. Dadurch können Läufer Trainingshäufigkeit und -umfang schrittweise steigern, ohne dass sich dabei übermäßige Ermüdung ansammelt.

Langfristig bietet eine größere Trainingskontinuität dem Körper mehr Möglichkeiten, sich anzupassen, und führt so zu weiteren Trainingsfortschritten.

So bestimmst du deine Herzfrequenz für Zone 2

Zone 2 entspricht keinem festen Herzfrequenzwert. Sie kann je nach Faktoren wie maximaler Herzfrequenz, Laktatschwelle, aerober Fitness und Trainingsniveau variieren. Läufer können daher verschiedene Methoden nutzen, um den für sie am besten geeigneten Zone-2-Bereich zu bestimmen.

1. Traditionelle Berechnung

traditionelle Berechnung ist einer der häufigsten Ausgangspunkte und schätzt Zone 2 in der Regel anhand der maximalen Herzfrequenz. Zone 2 liegt im Allgemeinen bei etwa 60–70 % der maximalen Herzfrequenz. Da sich die maximale Herzfrequenz jedoch von Person zu Person unterscheidet, eignen sich altersbasierte Formeln am besten als erste Orientierung.

2. Laktattests

Eine der genaueren Methoden zur Bestimmung von Zone 2 besteht darin, deine Laktatschwelle (LT). Die Laktatschwelle bezeichnet den Punkt, an dem der Körper von einem relativ stabilen aeroben Zustand in einen Zustand übergeht, in dem sich Laktat im Blut schneller anzusammeln beginnt.

Die direkteste Methode ist ein Laktattest im Labor. Dabei werden während eines stufenweise gesteigerten Belastungstests die Veränderungen des Blutlaktats gemessen und anhand der daraus resultierenden Laktatkurve die LT bestimmt.

Für Freizeitläufer kann die Laktatschwelle auch mithilfe indirekter Tests wie dem 30-Minuten-Zeitfahren, VDOT und dem Conconi Test. Diese Methoden messen das Laktat nicht direkt, sondern schätzen die LT indirekt anhand von Faktoren wie Herzfrequenz, Tempo oder Leistung.

Sobald die LT bestimmt wurde, kannst du die entsprechende Herzfrequenz an der Laktatschwelle (LTHR). Je nach verwendetem Trainingszonenmodell kann die LTHR anschließend als Referenz dienen, um Herzfrequenzzonen festzulegen und deinen Zone-2-Bereich zu bestimmen.

checking metrics in Suunto during running

3. Herzfrequenz-Drift-Test

Der Herzfrequenz-Drift-Test ist eine praktischere Methode für das alltägliche Training. Halte bei einem längeren Lauf mit niedriger Intensität dein Tempo möglichst konstant und beobachte, wie sich deine Herzfrequenz in der zweiten Hälfte verändert. Bleibt die Herzfrequenz relativ stabil, liegt die Intensität in der Regel in einem geeigneten aeroben Bereich. Für diese Methode ist kein Labortest erforderlich, allerdings können Faktoren wie Wetter, Ermüdung und Flüssigkeitszufuhr das Ergebnis beeinflussen.

4. Sprechtest und subjektives Belastungsempfinden

Der Sprechtest ist eine der einfachsten Möglichkeiten, die Intensität anhand des subjektiven Belastungsempfindens einzuschätzen. Zone 2 fühlt sich in der Regel wie eine Intensität an, bei der du in vollständigen Sätzen sprechen und dich einfach und natürlich unterhalten kannst.

5. Suunto-Produkte verwenden

Suunto-Produkte können die praktische Anwendung des Herzfrequenztrainings erleichtern. Suunto kann anhand der maximalen Herzfrequenz automatisch Standard-Herzfrequenzzonen festlegen, während Läufer auf der Suunto Run zwischen Zonenmodellen auf Basis der maximalen Herzfrequenz, der Herzfrequenzreserve und der Laktatschwellenherzfrequenz wählen können. Du kannst deine Herzfrequenzzonen auch individuell anpassen, damit sie besser zu deinen Trainingsbedürfnissen passen, während du mit der Suunto App langfristige Veränderungen bei Herzfrequenz, Trainingsbelastung und Erholung verfolgen kannst, um deine Fortschritte im Zone-2-Training besser zu verstehen.

Suunto watch face

 

So integrierst du Zone-2-Training in deinen Lauftrainingsplan

Nachdem sie mehr über Zone 2 erfahren haben, fragen sich viele Läufer vielleicht:

„Sollte mein gesamtes Training von nun an in Zone 2 stattfinden?“

Die Antwort lautet: Nein. Zone 2 bildet die Grundlage des Ausdauertrainings, ist aber nicht das ganze Training.

1. Das 80/20-Trainingsprinzip

Viele Ausdauersportler verfolgen einen ungefähren 80/20-Ansatz, bei dem etwa 80 % des Trainings mit niedriger Intensität (Zone 1–2) und 20 % mit höherer Intensität absolviert werden. Diese Struktur ermöglicht es Läufern, ihre aerobe Grundlage aufzubauen und gleichzeitig genügend hochintensive Trainingsreize zu setzen, um ihre Geschwindigkeit und Wettkampfleistung zu verbessern.

2. Wöchentlichen Trainingsumfang ausgewogen gestalten

In deinem Trainingsplan bedeutet ein schrittweiser Aufbau der Ausdauer häufig, die Trainingshäufigkeit zu erhöhen, anstatt einzelne Trainingseinheiten einfach intensiver zu gestalten. Eine Ruhe- bzw. Entlastungswoche alle 3–4 Wochen kann ebenfalls dazu beitragen, angesammelte Ermüdung zu reduzieren, indem der Trainingsumfang vorübergehend verringert wird.

Indem du Trainingsumfang und ausreichende Erholung in ein ausgewogenes Verhältnis bringst, kannst du deine wöchentliche Trainingsbelastung besser steuern und vermeiden, dass deine Trainingsbelastung zu schnell ansteigt.

3. Intensität von Zone 2 an die jeweiligen Bedingungen anpassen

Zone-2-Training bedeutet nicht, bei jeder Trainingseinheit das gleiche Tempo beizubehalten.

Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, schlechter Schlaf, Ermüdung, Dehydrierung und eine zu geringe Energieverfügbarkeit können dazu führen, dass die Herzfrequenz steigt. Anstatt dich stärker zu belasten, um dein gewohntes Tempo beizubehalten, solltest du die Intensität daran anpassen, wie du dich an diesem Tag fühlst. Achte bei längeren Trainingseinheiten darauf, Flüssigkeit, Kohlenhydrate und Elektrolyte zuzuführen, um die Trainingsqualität aufrechtzuerhalten.

Suunto watch face

4. Bei Bedarf Lauf-Geh-Strategien nutzen

Für Trailrunner ist es in der Regel schwieriger als für Straßenläufer, die Intensität in Zone 2 zu halten. Bei steilen Anstiegen, in großer Höhe und in technisch anspruchsvollem Gelände kann die Herzfrequenz schnell ansteigen.

In solchen Situationen solltest du das Tempo reduzieren oder sogar zu zügigem Gehen wechseln, um deine Herzfrequenz im Zielbereich zu halten. Solange die Intensität angemessen ist, kann auch Gehen ein effektives Zone-2-Training sein.

Woran du erkennst, dass dein Zone-2-Training wirkt

Die Vorteile von Zone-2-Training zeigen sich in der Regel nicht so schnell wie die Effekte einer einzelnen hochintensiven Trainingseinheit. Stattdessen zeigen sie sich im Laufe der Zeit in einer schrittweisen Verbesserung der Effizienz.

Läufer können auf verschiedene Anzeichen achten, die darauf hindeuten, dass ihr Zone-2-Training wirkt:

Verbesserungen bei Herzfrequenz und Tempo

Eines der deutlichsten Anzeichen für Fortschritte ist, bei gleicher Herzfrequenz schneller zu laufen oder bei niedrigerer Herzfrequenz das gleiche Tempo zu halten.

Diese Veränderungen zeigen, dass dein Körper die gleiche Belastung effizienter bewältigen kann und sich deine aerobe Effizienz verbessert.

Bessere Erholung und Trainingskontinuität

Der Nutzen von Zone 2 zeigt sich nicht nur bei einzelnen Läufen, sondern auch darin, wie gut du die Trainingsbelastung über längere Zeit bewältigen kannst. Mit zunehmender Verbesserung deiner aeroben Grundlage wirst du möglicherweise feststellen, dass du dich nach langen Läufen schneller erholst und dich am nächsten Tag weniger erschöpft fühlst.

Für Suunto-Nutzer können Trainingsbelastung, Erholungsstatus und langfristige Herzfrequenztrends dabei helfen, zu verfolgen, wie sich der Körper an das Training anpasst.

Hier erfährst du mehr über Erholung.

Wann wirst du Ergebnisse sehen?

Die Vorteile von Zone-2-Training entwickeln sich mit der Zeit und zeigen sich nicht über Nacht. Einige Läufer stellen möglicherweise bereits nach wenigen Wochen fest, dass sich das Laufen leichter anfühlt und ihre Herzfrequenz stabiler ist, während 2–3 Monate regelmäßigen Trainings deutlichere Veränderungen bei Tempo und Langstreckenausdauer mit sich bringen können. Deutlichere Verbesserungen der Ausdauer benötigen in der Regel mehrere Monate oder länger, weshalb Zone 2 ein langfristiger Trainingsansatz ist.

FAZIT

Der Wert von Zone 2 liegt nicht darin, bewusst langsamer zu laufen, sondern durch regelmäßiges Training über längere Zeit ein stärkeres aerobes System und eine größere Trainingskapazität aufzubauen. Für Marathon- und Trailrunner ist kontinuierliches Training wichtiger, als sich jedes Mal bis ans Limit zu belasten. So entsteht eine stärkere Grundlage, um schneller, weiter und konstanter zu laufen.

Achte bei deinem nächsten Lauf etwas weniger auf dein Tempo und etwas mehr darauf, ob dein Körper effizienter und widerstandsfähiger wird.

FAQ

Kannst du auch von Zone-2-Training profitieren, wenn du gehen musst?

Ja.

Für Anfänger, Trailrunner und Personen, die in großer Höhe trainieren, kann eine Lauf-Geh-Strategie eine effektive Möglichkeit sein, in Zone 2 zu bleiben.

Das Ziel besteht darin, das aerobe System zu stimulieren, nicht darin, durchgehend zu laufen.

Solange deine Herzfrequenz und Trainingsintensität im Zielbereich bleiben, kann auch zügiges Gehen ein effektives Zone-2-Training sein.

Sind die Herzfrequenzzonen für Zone 2 beim Laufen und Radfahren gleich?

Nicht unbedingt.

Beim Radfahren werden andere Muskelgruppen beansprucht, es ist mit einer geringeren Gewichtsbelastung verbunden und stellt andere Anforderungen an die Bewegung als das Laufen. Bei vielen Menschen ist außerdem die maximale Herzfrequenz beim Radfahren niedriger als beim Laufen.

Aus diesem Grund ist es am besten, deine Zone 2 für das Laufen und Radfahren jeweils separat zu bestimmen.

Kann Zone-2-Training allein dabei helfen, einen Marathon schneller zu laufen?

Es kann deine aerobe Grundlage verbessern, ist aber kein vollständiger Trainingsplan.

Zone-2-Training kann dabei helfen, die Ausdauer aufzubauen, den Trainingsumfang zu steigern und die Erholung zu unterstützen. Für eine bessere Marathonleistung sind jedoch auch andere Trainingsformen erforderlich, darunter:

  • Training im Marathontempo
  • Schwellentraining
  • Üben der Verpflegungsstrategie

Die besten Ergebnisse erzielst du, wenn du verschiedene Trainingsformen miteinander kombinierst, anstatt dich ausschließlich auf Zone 2 zu verlassen.